Sonnennest

24 September 2019

Wir wachsen aneinander

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Tarot and Oracle

In mir drinnen, Erkennen, Verknüpfen, Ruinen. Hinter dem Erkennen und dem Schmerz steht ein Horizont voll neuer Möglichkeiten, dahinter ist Freiheit. Aber erst mal die Ruinen abtragen und dem Prozess Raum geben. Wachsen.

Ich bin emotional. Ich trage mein Herz auf der Zunge. Ich überlege viel. Und manchmal hau ich voll daneben. Ich spreche oftmals zu ehrlich und es erschreckt mich zu erkennen, wie viel ich werte – be-werte und ab-werte.
Vor kurzem hat mir jemand einen Spiegel vorgehalten. Es war mehr als unangenehm. Das Spiegeln hat mich an einer Wunde erwischt, die irgendwo da unten, ganz weit hinten vergraben war. In einer Kiste, in einer Schachtel, im letzten Winkel. Der Spiegel hat die verstaubte Schachtel aus dem Regal geholt und der Deckel der Kiste ist richtiggehend weg gesprengt worden.

Wir brauchen einander, manchmal auch um uns im Wachsen zu unterstützen. Wie gesagt, angenehm, ist das nicht immer. Eigentlich so gut wie nie.

Wenn dich jemand verletzt (die wenigsten von uns verletzen mit Absicht!! also gehen wir einfach mal davon aus), springt dein Ego ziemlich schnell an. Verteidigungshaltung, Gegenangriff. Es ist viel einfacher den Feind im Außen zu sehen und zu suchen. Es ist viel leichter, wenn “die Anderen” Schuld sind. Lass deinen Kopf all das denken. Es ist okay, dich zu fühlen, wie du dich fühlst. Aber dann gibt es die Ebene/n, die drüber sind:
Was ist dein Teil an dem Ganzen? Wo und warum berührt es dich? Wo hast du bis jetzt nicht hingeschaut? Liegt für dich Wahrheit in der Botschaft / den Worten des Anderen?

Yogi Bhajan hat 5 Sutras für das Wassermannzeitalter festgelegt … hier die, die mir in meinem emotionalen Gatsch-Umbruchs-Wachstumsprozess grade helfen bzw. schon geholfen haben:
ERKENNE DASS DU DIE ANDERE PERSON BIST. – Dass es diese Trennung von mir zu dir eigentlich gar nicht gibt. Und dass sich A und B immer gut in ihren eigenen Wunden und Verletzungen ergänzen. – Wenn es, wie in meinem Fall um “unangenehme” Gespräche geht.
ES GIBT EINEN WEG DURCH JEDWEDE BLOCKADE. – Es also, wenn du das Gefühl hast, da gehört was geändert (in dir), aktiv angehen. Erst mal durch die innere Entscheidung zum Verändern. Die Wege und Möglichkeiten finden sich dann. (Oder du befragst die Suchmaschinen nach Kundalini Yoga-Tools zu deinem Thema und praktizierst dann mal drauf los.)
VERSTEHE DURCH MITGEFÜHL. – Wenn du das Gefühl hast, angegriffen zu werden, ist der Verteidigungsmodus, der Gegenangriff das Naheliegendste. Das Sinnvollste aber nicht immer. Verstehe vor allem dich. Wo kommen deine (emotionalen) Reaktionen her? Was ist deine Geschichte dahinter? Und versuche auch die Geschichte oder die Beweggründe des Gegenübers zu sehen, zu verstehen, wie es zum so-Handeln kommt / gekommen ist.

Eine von Yogi Bhajans Regeln für Kommunikation im Wassermannzeitalter lautet: POKE – PROVOKE – CONFRONT – ELEVATE.
Das ist kein streichelweicher Ansatz. Das bedeutet auch nicht, dass du laut oder mit Aggression kommunizieren musst. Eine klare, ehrliche Art und Weise zu kommunizieren piekst uns ganz oft. Wir fühlen uns provoziert und konfrontiert. Uns zu erheben, daraus zu wachsen, größer zu werden – das liegt dann vor allem an uns.

Bei alledem darfst und sollst du in Konfrontationen und Gesprächen aber auch gut hinspüren und deiner inneren Authorität vertrauen: Was ist wahr an der Sache? Was resoniert mit mir?

Viele verletzte innere Kinder sind da draußen unterwegs. Eines davon sitzt hier und schreibt. (Guru Jagat sagte mal in einer ihrer Lectures “Something happened to you when you were very young. It’s called childhood.” :O)
Irgendwann kommt der Punkt, wo wir wohl mit Mitgefühl unsere Mechanismen betrachten und mit Ehrlichkeit evaluieren sollten, was ist wirklich tragbar und sinnvoll für uns selbst und unsere Mitmenschen?
Ich hab viel, viel für mich erkannt. Zeit einen Teil meiner Vergangenheit zu befrieden und gehen zu lassen.
Ein Zitat eines Kundalini Yoga-Lehrers (“Catalyst Yogi”), das ich sehr schön finde und das mich dazu eingeladen hat, nicht zu harsch oder überhaupt mit mir selbst ins Urteilen zu gehen: “Being raised in the age of darkness while holding on to your light was no easy feat.”

Wir sind da durch. Der Wassermann hilft im klar sehen. Und ganz oft helfen uns auch unsere Mitmenschen dabei. Danke. Und aua.

Alles Liebe und Sat Nam.
Nina Rebekka