Sonnennest

1 April 2018

du vastehst mi net

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

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“… es kummt ma so vua, du huachst ma net zua …”

Ich werde was gefragt. Ich überlege und antworte so gut ich kann, mit Worten, die möglichst präzise mein dazu-Gedachtes und -Gefühltes ausdrücken. Und dann begegnet mir ganz oft:
Ich werde unterbrochen und mein Gegenüber erzählt mir von sich und von einer eigenen Geschichte.
Meine Aussagen werden relativiert (im Sinne von “ist ja sicher nicht so schlimm” / nicht SO überhaupt).
Es kommt was ganz, ganz anderes beim Gegenüber an. (Aus unterschiedlichen Gründen.)
Mein Gegenüber hatte eine andere Antwort erwartet und die eben gehört ist zu kompliziert, zu unangenehm, zu irgendwas. – Siehe Punkt 2 (es wird relativiert). Die ganz argen wechseln vermutlich komplett das Thema.

Unterm Strich frag ich mich, wann wir das Zuhören verlernt haben bzw. ob wir das überhaupt schon jemals gekonnt haben.
Kann ich’s überhaupt?!

Weil ja, ich ertappe mich auch immer wieder dabei, dass ich mir denk “Ja, das kenn ich.” und dann sag ich das sogar auch noch. Manchmal mag’s gut sein und manchmal kommt’s vermutlich als unnötig rüber. Auch ich unterbreche ab und an.
Aber ich bemüh mich immens viel, mein Ohrwaschl und meine Präsenz (mein präsent-sein) auf mein Gegenüber auszurichten. ICH HÖRE DICH. Ich will wirklich hören und ich will hören was wirklich gesagt wird. Was meinst du? Wie geht’s dir damit?

Wie oft fühlen wir uns gehört / gesehen / angenommen? Einfach weil unser Gegenüber unsere Worte hört und uns sieht und wahrnimmt. Da muss noch nicht mal immer eine Zustimmung kommen.
Und wie oft eben nicht? (Echt oft!)

Ich wünsch mir, dass wir einfach mal zuhören.
Ich wünsch mir, dass wir gehört werden.
Das würd schon echt viel helfen.
Das würd schon echt viel gut machen.

Alles Liebe euch!
Nina Rebekka