Sonnennest

15 Mai 2019

Ja zum Nein

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

im Wald

Vor kurzem teilte eine Frau, die ich sehr schätze, auf Facebook einen Artikel. Mit dem Wunsch, dass ihn am besten alle weiter verbreiten und dass wir etwas tun.
Der Artikel war nicht allzu leicht zu lesen. Betitelt war er mit in etwa “die neuen Sklaven”. Es ging um rumänische Frauen, die, oft gemeinsam mit ihren Männern, ihre Familien verlassen, um als Erntehelfer in Italien zu arbeiten. Die Arbeit ist hart, der Lohn mäßig und oft viel zu spät ausbezahlt, die Lebensumstände vor Ort unmenschlich. Die Frauen werden oft sexuell missbraucht. Sie haben trotz und neben ihrer schweren Arbeit keine sichere Liegestatt zum Ausruhen und Kraft tanken. Es gibt kein gutes Essen. Sie haben keinen Rück-Halt von ihren Männern, weil auch diese angstgebeutelt ob der eigenen Existenz sind.

Was in mir blieb ist ein Gefühl der Ohnmacht. Die Erkenntnis, dass ich ab jetzt auch kein Obst oder Gemüse mehr aus Italien kaufen mag. Und Fragen. Wie kann ich einen anderen Menschen so behandeln? Wie groß muss die Angst in mir sein, dass ich so mit mir geschehen lasse? Und eben auch, was kann ICH nun tun?

Ich hab weder die finanziellen Mittel, um hier wirklich groß was auf die Beine zu stellen. Keine Kontakte, die ich spielen lassen könnte. Mit Gewalt und Hass einzugreifen würde das Problem nicht verändern, es sogar noch größer machen, vielleicht verlagern, aber es wär immer noch wirklich schlimm.

Die Frau, die den Artikel ursprünglich geteilt hat, schrieb dann auch, dass “etwas tun / einen Beitrag leisten” auch in Richtung von Gebeten gehen kann. Das war mir einerseits auch wieder zu wenig, andererseits hat es mich auf meine richtige Spur gebracht.

Ich kann es vor Ort für die Frauen ad hoc nicht ändern, aber ich kann meine eigenen kleinen Wassertröpfchen ins kollektive Wasserbecken tropfen lassen.
Ich kann NEIN sagen. Ich kann nein sagen, wenn ich nicht will, wenn ich keine Energie zu etwas habe, wenn ich etwas nicht möchte, obwohl es sich doch so gehören täte.
Ich kann mich ganz vorne hinstellen.
Ich kann mich so wichtig nehmen, dass ich mich selbst und mein Wohlergehen zur Priorität mache.
Ich kann all das in meinem Tun und Sein vorleben.
Ich bin ein Tropfen, ich bin ein Teil des großen Ganzen. In dem Bewusstsein kann ich WIRKEN.

Was ich schon alles von Frauen gehört habe: “Eine Mama darf nicht krank werden.” /  Sie könnten nicht entspannt für einen Nachmittag mal weg, weil dieses und jenes dann nicht in ihrem Blickfeld daheim ist. (In der Annahme, dass alles an ihnen selbst hängt. Sie unverzichtbar sind und niemand sonst weiß, wie man den Haushalt richtig schmeißt, dem Kind anständig die Zähne putzt etc.) / “Er ist eben so.” (Rechtfertigt das Verhalten von “ihm” keineswegs.) “Das war die Strafe.” / “Dann musst jetzt halt jeden Tag Staub saugen.” (Aussage der damaligen Schwiegermutter zur Situation Katzen, Katzenhaare im Haus; der damalige Freund stand neben mir) / “Das ist schon normal. / Das gehört dazu.” (Schmerzen im Körper) …

Ich mag gar nicht weiter aufzählen. Fürchterlich find ich’s. Frauen passen sich an, finden sich ab, ordnen sich ein. Auch wenn im Innen alles lauthalts “NEIN” brüllt. Der Körper reagiert schon längst und auch er versucht mitzuteilen “Hey, da stimmt was nicht. Da ist was nicht gut.” Aber sie geht weiter und tut weiter. – Die Gründe dafür sind so vielseitig wie tief verwurzelt. Oft so tief, dass es und uns gar nicht bewusst ist.

Macht nix, sag ich. Wir alle haben diese Programmierungen und Glaubenssätze irgendwo mitschwingen, weil wir ein Teil des Kollektiven sind. Das alles bedeutet nicht, dass ich damit okay sein muss oder gar danach zu handeln habe.
ich kann nein sagen. Einfach so.
Ich kann stur sein. Ich kann trotzig wirken. Und wenn alle anderen links und rechts von mir meinen, dass ich kindisch bin, auch gut. (Nicht dass DAS schon mal jemand gemeint hätte. Stur, ja. Kindisch, nö.)
Dieses, mein JA ZUM NEIN wird noch große Kreise ziehen. Es bringt mich schon jetzt auf neue Spuren und eröffnet neue Wege. Sehr spannend und wohltuend ist das. Derweil auch noch ungewohnt und gaaanz ein bissi unangenehm manchmal. Aber es macht zu viel Freude und Gusto – dieses Nein, wenn’s gut für mich ist.
Und nur damit das klar ist: ich sage schon sehr lange aufrichtig Nein. Aber jetzt ist es Teil meiner spirituellen Praxis. Es ist mir so viel bewusster, dass ich mit diesem zu-mir-Stehen weit mehr ausdrücken kann, als dass ich dieses und jenes nicht möchte. Ich wahre meine eigenen Grenzen. Ich drücke meinen Selbstrespekt damit aus. Ich sage es nicht prinzipiell und kämpferisch aus einer Ablehnung nach Außen, ich sage es mit Achtung und Liebe für mich und meine Richtigkeit und meine Bedürfnisse.

Auf einem Zettel an einem letzten Ritualabend hat mich meine wilde Frau folgendes schreiben lassen:
NO BULLSHIT POLICY!
Lasst doch bitte nicht jeden Scheiß mit euch machen.
Nehmt euch wichtig genug.
Du als Frau.
Du als Mann.

Alles Liebe,
Nina Rebekka


6 Mai 2019

Hauptsache Empfehlung: Salon im Garten

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Eingang zum Salon im GartenSalon im Garten in Pöttsching

Das hier ist ein Spezial Beauty Report ;O)
Die Freude ist groß. Zum ersten Mal seit hier alles neu gemacht worden ist, betrete ich die ehemalige Garage, die nun als “Salon im Garten” erstrahlt. Die Zeit der Hausbesuche sind zwar vorbei, aber die Atmosphäre ist mindestens genauso wohnlich und behaglich. Schick ist der Frisiersalon von Tamara geworden. Freundlich, hell, cool und liebevoll gestaltet. Altes und Neues gehen Hand in Hand. Und so  gibt’s hier mal eine Bilderflut zum Begutachten im virtuellen Raum. In echt, findest du hier die Kontaktdaten von Tamara, um dir einen Termin im Salon im Garten in Pöttsching zu vereinbaren.

Salon im Gartenedf

Blick vom Waschplatz in den Himmel …

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Schönster, geordnetstes Kabelgewusel ever und überall das Ästhetikherz erquickende Kleinigkeiten.

Friseur Interieuredf

Alter Nähmaschinentisch, der weiterhin im “Schneiderbusiness” seinen zweiten Frühling erlebt.

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Die Produkte, die im Salon in Verwendung sind, stammen aus dem italienischen Familienbetrieb “Davines”. Sie sind vegan und das Thema Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle. Das Produktdesign selbst bringt mich ins Schwärmen. Selten so was Schönes, Kreatives und Durchdachtes gesehen.

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Großer Salon im Garten-Bonus: es gibt einen eigenen Kinderspielraum.

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Wenn also kein Babysitter zur Verfügung steht, Kind einpacken und mitnehmen.

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Volle Empfehlung von Kopf und Herz: Salon im Garten!

Alles Liebe,
Nina Rebekka


2 Mai 2019

im (Frauen)Kreis

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Sesselkreis

“Das ist kein guter Kreis.” so der Sohn zu seinem Gebilde aus Sitzmöglichkeiten. … Vielleicht ist es aber auch nur ein kleiner Teil eines sehr sehr großen Sesselkreises …

Jedenfalls geht’s mir um den Kreis. Ums im Kreis sitzen, sprechen, miteinander-füreinander da sein. Seit einigen Monaten sitze ich immer mal wieder im Kreis. Mit anderen Frauen. Wir sprechen offen, wir hören zu; es gibt Berührungen in unterschiedlichen Intensitäten. Wir wollen heil sein und dieses heil sein in der jeweils anderen mit tragen, mit unterstützen, mit initiieren. Jede für sich und gemeinsam mit den anderen.

Es ist erstaunlich, wie einfach und schnell hier Entwicklungen geschehen können. Einfach weil der Raum dazu da ist. Der Raum, der von einer geleitet, aber von allen beteiligten Frauen gemeinsam mit gehalten wird.

Wenn Frauen zusammen kommen, ist es also nicht immer das klassische Kaffeekränzchen mit der Plauder- und Tratschstunde (das braucht’s auch ab und an). Bis vor kurzem, wusste ich nicht viel über diese Alternative “Frauenkreis”. Wenn ich ehrlich bin, hab ich sie auch etwas mit Zynismus beäugt. Heute sitz ich hier und spreche / schreibe mich dafür aus.

Ich bin DAFÜR, dass Frauen zusammen kommen, um sich gegenseitig die Masken abzunehmen.
Ich bin DAFÜR, dass Frauen sich Räume schaffen, in denen sie SEIN können; in denen sie sich zeigen können; in denen sie allem, das da ist Ausdruck verleihen können.
Ich bin DAFÜR, dass Frauen ihre nährenden Qualitäten auch für sich selbst einsetzen.
Ich bin DAFÜR, dass Frauen gemeinsam im Kreis sind.

Alles Liebe,
Nina Rebekka


23 April 2019

das eigene (Mama-)Sein vergleichen

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

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Da fängt der Schmarrn an. Wozu machen wir das? Anstatt uns öfter mal von anderen INSPIRIEREN zu lassen, machen wir uns selbst fertig durch diese ewige “Vergleicherei”.

“Ich hab ja nur ein Kind.” Meistens setz ich das “nur” durch entsprechende Gestik in Klammern. Letztens sagt mir eine Mama von Zwillingen (große Hochachtung und Respekt von meiner Seite, weil ich mir ja nicht mal ansatzweise vorstellen kann, welche Herausforderungen das mit sich bringt), dass sie sich auch öfter mal denkt, dass sie ja “nur” zwei habe. Sind wir eigentlich alle wahnsinnig?
Und wovon oder wem haben wir uns so die Sinne vermurksen lassen?

Vermutlich vergleichen sich die meisten von uns mit anderen. Selten steigen wir dabei gut aus. Wir machen uns nieder, kleiner und weniger wert dadurch.
Ich gewöhn mir das jetzt ab. Zumindest  fang ich mal da an, dass ich sage, “Ich hab ja nur ein Kind.”. Wer hier mit mir wohnt, weiß, was da alles an Geben und Dasein damit verbunden ist. ICH mag’s nun auch endlich wissen. Ich schreib mir das jetzt auf. Was habe ich heute alles gegeben … Wo schaffe ich was Gutes für mich, meine Familie, meine Kursteilnehmer, andere Menschen? – Mir den Wert meines eigenen Selbst bewusst machen = Selbstwert schaffen!

Vom Selbstwert angestupst, weiß ich mehr um mich und meine Ressourcen. Ich mach mich größer bzw. erkennen meine Größe. Das macht mich innerlich ruhiger. Wenn ich was wertschätze, dann mag ich das. Dann mag ich also mich. Mit immer wieder üben, etabliert sich daraus Selbstliebe. Spätestens dann hat die “Vergleicherei” mit anderen enorm abgenommen. Ich bin in meinem und die anderen in ihrem. Ich bin ich und gut isses.

Alles Liebe,
Nina Rebekka


16 April 2019

Hexenschuss 1 x 1

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Hexenschuss

Der Besenritt ging nimmer, aber gestützt hat er mich ein paar Stunden lang.
Vergangene Woche ist mir die Hex’ eingeschossen. “Wieso kriegst du einen Hexenschuss?” wurde ich ein paar Mal gefragt.
Da ist viel Prozessarbeit am Werken und Wirken in mir. Da gibt’s alten Grant, der neue Wut hervorruft. Da gibt’s viel nervliche Anspannung, weil seit einiger Zeit im quasi-Dauerbereitschaftsdienst. – Nächtliche Einsätze, wenig tiefer Schlaf. Gepaart mit einigen Hustenanfällen aufgrund jüngstem viralen Infekt … das hat den Verspannungscocktail perfekt zur Vollendung gebracht.

Wir alle unterschätzen die Macht und den Einfluss, den unser mentaler Körper auf den ganzen Rest hat. Und selbst wenn wir drum wissen, wird es oft erst im “handgreiflichen” Situationen tatsächlich erfahrbar.

Also kurz mal zu meinem 1 x 1 in puncto Hexenschuss:
Nach einer kurzen Phase des Selbstmitleids (die erfolgt erst nachdem man wieder halbwegs gut atmen kann), könnt ihr schon loslegen. Nebst schulmedizinischen Maßnahmen, die ihr am besten mit einem Arzt abklärt, heißt’s nachdenken und reinspüren, was denn genau Sache ist.

Du kannst dich nicht mehr aufrichten. Du bist durch deine Haltung gezwungen, auf den Flecken Erde zu schauen, auf dem du grade stehst. Was ist JETZT also zu tun bzw. NICHT zu tun. Nämlich eben weniger tun, langsamer werden, mehr Ruhe schaffen … ?Emotionales nicht verdrängen, sondern dich damit auseinander setzen. Vielleicht ist es aber auch die Einladung, es nun endlich stehn zu lassen / abzugeben, weil es schlichtweg nicht mehr tragbar ist und du getan hast, was getan werden konnte.

Sanftes lang-dehnen des Rückens (z.B. mit auf einem Tische / Sideboard sonstigem aufgestützten Unterarmen; später wenn Rückenlage am Boden wieder möglich ist, mit aufgestellten Beinen auf den Boden legen. Kinn Richtung Brust ziehen, Lendenwirbelsäule Richtung Boden drücken. Bewusst ausatmen.). Sanfte Drehbewegungen in der Wirbelsäule. Wärme oder Kälte auf den verspannten Bereich. Das alles unterstützt physisch im wieder-gut-werden.

Dass mir die Hexe so gach ins Kreuz gefahren ist, ist nebst all dem Schmerz auch ein Geschenk. Mir ist so vieles noch klarer geworden.

Alles Liebe,
Nina Rebekka


9 April 2019

Hallo, ich bin die neue Wirkshop-Reihe

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Somatics Wirkshop

Oskar und ich. Als Symbol: Innen und Außen, Hand in Hand.

Ja, eine neue Wirkshop-Reihe gibt es hier im SonnenNest. Wirkshop = wirkender Workshop!
Entstanden aus dem Bedürfnis, mein Wissen, meine Erfahrungen und die Tools aus der ganzheitlichen Tanz- und Bewegungspädagogik nun auch endlich wieder in den Raum zu bringen.
Entstanden aus dem Wunsch, Möglichkeiten zum selbst Erfahren und Forschen zu schaffen. – Es macht einen Unterschied, Vorgetragenes, aufbereitetes Wissen zu konsumieren oder sich selbst Zusammenhänge zu erarbeiten und Erkentnnisse zu gewinnen. Weil, nur weil wo was geschrieben steht, heißt das noch lange nicht, dass das immer ganz genau auch für dich so ist. Mhm.

Am kommenden Samstag schon geht’s los mit dem Wirkshop # 1. Da geht’s um das Becken. Insgesamt besteht die Wirkshop-Reihe aus 7 Wirkshops mit folgenden Themen: das Becken, das Nervensystem, Schultern und Nacken, die Verdauung, Arme und Beine, Atmung und der Rücken. Die Termine der Wirkshops findest du auf meiner Terminseite. Der Wirkshop # 2, wo es ums Nervensystem geht, findet dann im Mai statt.

In jedem Wirkshop, zu jedem Thema gibt es körperliches / anatomisches zum Anhören und Anschauen, zum damit bewegen, es berühren, wo’s möglich ist, es auf unterschiedliche Weise selbst erfahren. Wir meditieren damit, schreiben oder malen dazu. Das Yoga ist fixer Bestandteil eines jeden Wirkshops und liefert noch mal die choreografierte Bewegung als strukturgebendes Element.

Vorkenntnisse in irgendwas – nicht nötig. Interesse an dir und deinem physischen Körper und wie der in wechselseitiger Beziehung mit deinem Kopfdenken (dem Geist), deinen Emotionen und der Umwelt steht – ja, das ist eine Voraussetzung für diese Wirkshops. Damit du den größtmöglichen, guten Nutzen für dich mit nach Hause nehmen kannst.

Anmelden kannst du dich via E-Mail oder telefonisch. Wann auch immer du ja dazu sagst.

Alles Liebe,
Nina Rebekka


2 April 2019

Woman Embody Transform. Die Sache mit dem Kompostieren

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Woman Embody Transform Vienna

Moving forward. Moving within. “So ein Scheiß!” Here I am.

Das ist so die Kurzzusammenfassung von 5 Tagen Authentic Movement, Embodiment, Somatics und Feminine Power Coaching–Techniken. Mit wem und überhaupt? Alicia Grayson und Sabine Parzer.

Hier geht’s mir jetzt weniger um die Workshopstruktur selbst, als um die Gustostückerl, die ich mitgenommen habe. Wieder einmal mehr hab ich erfahren, wie wichtig dieses freie bewegen für mich ist, wie sehr sich mein Körper dadurch ausdehnen und wohlfühlen kann. Wieder einmal mehr finde ich durch die Techniken und die Praxis des Authentic Movement Sinn, Heimat und Raum für den Ausdruck dessen, das nicht oder kaum in Worte zu fassen ist.

Dort waren wir – nur Frauen. Aus allen Himmelsrichtungen zusammen getragen. Und das kollektive Feld mit uns.
Zum allerersten Mal erlebe ich, wie sehr unsere persönlichen Geschichten in ein großes Ganzes eingewoben sind. Zum allerersten Mal werde ich Zeugin tiefer transformatorischer Prozesse; für einen Schmerz, den Generationen vor uns nie zum Ausdruck bringen konnten. Es verschlägt mir den Atem und die Wut und den Zorn, den ich plötzlich über diese Ungerechtigkeiten und den Schmerz und meine eigene Resignation darin spüre … Die Frage, in welcher Welt denn all das in Ordnung sein soll?! Gewalt an uns, Unterdrückung. Ja den Mund halten und gefälligst mittun. Immer lächeln?! – So vieles, von dem ich thematisch bisweilen so weit weg war, ist plötzlich so nah an mir dran.

Es sind nicht meine persönlichen Geschichten. Bei weitem nicht. Aber die Essenz all dessen kennen meine Zellen sehr wohl.

In diesen Tagen schäle ich mich einmal mehr. Eine Schicht alter Schmerz. Ein Einladen und Verkörpern, Aussprechen und Teilen mit den Frauen – was soll kommen? Was ist gerufen? Was ist der nächste Schritt?

Vieles arbeitet noch nach in Kopf und Körper. Mein Medizinköfferchen ist mit ein paar Phiolen Weisheit und neuen Kniffen und Tools bestückt. Bereit zum Einsatz. Zum Unterstützen von allen, die um mich sind. Vor allem aber auch für mich selbst. Denn ich nehme auch mit, dass zumindest 50 % meiner Aufmerksamkeit bei mir sein sollen. In allem. Egal, was das Außen mir auch grade abverlangt.  50 % – vielleicht gar nicht so viel. Aber es macht DEN Unterschied!

Alles Liebe,
Nina Rebekka