Sonnennest

10 August 2019

Kindheitsärger und Selbstsabotage

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Inneres Kind Meditation

Okay, diese Meditation ist nichts für schwache Nerven. Oder gerade etwas für diese.
Diese Meditation ist Teil meiner Vorbereitungen für das Kundalini Yoga Retreat “Camp Grace” mit Guru Jagat in Mallorca diesen Herbst. – Eine dieser Bauchentscheidungen, die für den Kopf zu wenig Sinn ergeben. Eine Entscheidung, die sich richtig anfühlt, ohne zu wissen, warum.

Das sind einige Worte von Yogi Bhajan zu dieser Meditation unter der Überschrift “undervaluation projection”:
“… somewhere along the line, you don’t like yourself. … all the wrong things you do, it’s sort of a mild escapism from being responsible. … all this anger with your life … it’s the undervaluation projection …”

So geht’s:

Setz dich hin. Eine für dich einfache Meditationshaltung. Es geht auch auf einem Hocker oder Sessel sitzend, falls das Sitzen auf dem Boden nicht möglich ist.
Deine linke Hand legst du mit aneinander geschlossenen Fingern auf dein Herz. Den Daumen der linken Hand streckst du dann nach oben aus.

Kundalini Meditation Kindheit Ärger Wut

Deinen rechten Arm hebst du im 60 Grad-Winkel, schräg nach rechts vorne in die Luft, so dass deine rechte Hand in etwa auf Höhe deiner Stirn ist. Die Finger deiner rechten Hand sind weit auseinander gespreizt und du rotierst die Hand in schnellem Tempo nach links (schneller als du eigentlich möchtest ;)
Das ist es. Du sitzst, atmest tief, tief, tief und kräftig. Linke Hand auf dem Herzen, Daumen schaut noch oben Richtung Kinn. Rechter Arm im 60 Grad-Winkel nach schräg rechts vorne gestreckt. Finger der rechten Hand weit auseinander gefächert. Die Hand nach links, also gegen den Uhrzeigersinn schnell drehen. Das ganze für 8 Minuten.
Am allerbesten 1 x wöchentlich, um deinen Kindheitsärger und sämtlichen irren Scheiß aus dir rauszukriegen.

Die Meditation ist äußerst wirkungsvoll. Tief durch die Nase ein und aus half mir bald nicht mehr. Falls du also auch laut werden musst – alles gut. Lass es raus, lass es gehn. Alles Gute für dich und heilsame Erfahrungen damit!

Alles LIebe und Sat Nam,
Nina Rebekka


6 August 2019

Bow a little

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Namaste

“When you fold hands, you neutralize yourself energywise, and when you bow, your whole blood circulation goes toward the head. When the magnetic field is neutral and the circulation goes to the head, the brain functions very well, even the dullest brain starts, becomes bright and active; that’s why in India, it was a custom that when you went to meet your great master or guru or beloved yogi, it was customary to bow to him and it was customary until he tapped on your back that you did not lift your head.
What the great gurus used to do was when somebody came and bowed to them, they would take a friend and go on a long walk, and come back after six hours. If the person was still there, they would come and tap his back. They would say, “How are you?” He would say “I am enlightened.” Naturally, six hours, six hours in that position would enlighten a dead person.
(Yogi Bhajan)

Während des Lesens der Passage musste ich schon schmunzeln. Der letzte Satz hat mich dann ordentlich erheitert. Ich mag diese Geste, dieses Verabschieden am Ende der Yogastunde, wo ich meine Hände aneinanderlege und meinen Kopf verneige. Realistischer Weise werd ich’s in der nächsten Zeit nicht auf 6 Stunden in dieser Haltung bringen. Dennoch kann ich mich nun immer und immer auf diese Lektion von Yogi Bhajan erinnern.

Die Handflächen aneinander legen kann also auch für dich, für zwischendurch ein kleines Ritual sein. In diesen Situationen, an diesen Tagen, wo du dich weit ab deiner Mitte wahrnimmst. Ein paar tiefe Atemzüge später sieht deine Welt dann anders aus. Praktikabilität des Yoga – großartig!

Namasté, in Verneigung,
Nina Rebekka


24 Juli 2019

Kundalini Yoga – erste Dates

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Unbesiegbar leben von Guru Jagat

Irgendwie schwirrt es schon sehr, sehr lange um mich rum. Liebevoll bezeichne ich die Kundalini Yoga-Praktizierenden immer als Hardcore Yogis. Voller Achtung und Bewunderung, was deren Körper und Geist so alles bewerkstelligen.

Und dann, wie so oft, badabing lag es direkt vor mir. Erstes “handfestes” Beschnüffeln mit dieser uralten yogischen Wissenschaft in Form einer gar nicht so alten, für mich sehr gut greifbaren Kundalini Yogalehrerin: Guru Jagat.
Ihr Buch geordert, es durchforstet und inhaliert und nun begleiten mich Atemübungen und kleinere Kriyas schon seit 2 Monaten. (Das Buch heißt übrigens “Unbesiegbar leben” – falls das jemand möchte – im doppelten Wortsinn ;)

Kundalini Yoga ist ein königlicher Yogaweg. Früher führte dieser zu Yogameistern, die sich vornehmlich in Höhlen aufhielten, abgeschieden von zu viel Außen. Yogi Bhajan war dann jener, der es in den Westen gebracht hat (mit 35 Cents in der Hosentasche) und die Lehren des Kundalini Yoga für uns zugänglich gemacht hat.
Die Lehren, die Übungen, tausende yogische Werkzeuge, stehen nun in Büchern, die online und in jeglicher Buchhandlung erhältlich sind. Unzählige Videos findet man auf Youtube. Es ist alles da. Zugreifen und es tun muss man bloß selbst.

Was ist der Unterschied zum Hatha-Yoga? Meine Erfahrungen sind noch zu wenig tief, als dass ich das für mich selbst ausreichend und umfangreich beantworten könnte. Was mir diese paar wenigen Übungen aber schon aufgezeigt haben: die Praktiken aus dem Kundalini Yoga sind, als wären sie essenziiert. Sie sind hoch potent und absolut intensiv. Kein Vergleich mit ein paar Asanas aus dem Hatha Yoga, wo nichtsdestotrotz der Fokus sehr viel mehr auf der physischen Ebene ist. – Bitte nicht raunen, ich mag das Hatha Yoga nach wie vor ganz viel. Es gibt meinem (physischen) Körper Struktur und Halt und Zeit sich auszudehnen. Und dennoch ziehe ich die Atemübungen und Meditationen aus dem Kundalini Yoga heran, wenn ich weiterkommen möchte.

Ein paar wenige Minuten solcher Übungen und Kriyas abends und mein Schlaf ist so was von anders und besser und tiefer. Mein Nervensystem ist stärker geworden (und das ist einer der Hauptaspekte im Kundalini Yoga: das Nervensystem stärken – die Anforderungen an selbiges werden voraussichtlich eher noch mehr und mehr und mehr werden), meine Ängstlichkeit hat nachgelassen, ich erkenne wieder mehr Klarheit in meiner Wahrnehmung.

Hier eine ganz wunderbare kleine Übung zum Stressabbau, die ich sehr empfehlen kann.

Kundalini Yoga und ich … wir gehen weiter.

Sat Nam ihr Lieben ;O)
Nina Rebekka


24 Juni 2019

Sommersonnwendepunkt

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Weidentor

Wir haben Sommersonnwende. Hier bin ich und nehme Teil. Ein weiterer Ritualabend, im geschlossenen Kreis. Ich höre zu, lausche zwischen den Tönen und in mich hinein. Was resoniert mit mir? Was ist auch Teil meiner Geschichte? Es wird gelacht, getrommelt, gerasselt, gesungen, geräuchert. Alles “im Rahmen”.

Ein Feuer wird entzündet. Abgeben, Dank sagen, es nähren, uns frei machen.

Dann stehen wir im Kreis. Ein Weidentor symbolisiert den Übergang, den Durchgang, den Wendepunkt. Frauen lachen, springen, tanzen, kommen gut an, werden mit offenen Armen und neuen Gaben Willkommen geheißen. Mein Herz schlägt deutlich, mein Inneres wird unruhiger. “Ich kann nicht.” Das Gefühl ist stark. Das Ritual plötzlich sehr groß. Was ist los?

Es geht nicht zurück, ich muss da durch – das weiß ich. Also tu ich so als ob und rede wirres Zeug, verhalte mich wie ein aufgescheuchtes Hendl. Stop! Nochmal auf Anfang.
Nochmal vorm Tor stehen. “Ich kann nicht.” Da ist so viel Energie. Wieso ist das so “machtig”? … Da – eine Frau schlägt auf die Trommel. Der Kreis stimmt mit ein. Es ist ein Rufen, es gibt mir ein bisschen mehr Mut und Rück-Halt. Ich atme so tief ich kann. Ich lasse mich führen und gehe durchs Tor. Keine Euphorie. Große Hochachtung stattdessen. Ich blicke den Frauen in die Augen. Jeder Einzelnen. Ich sehe sie alle und sie sehen mich.

Ich verstehe nicht, was passiert ist. Ich habe zu etwas Ja gesagt, das sich noch nicht greifen lässt. Es ist meine Aufgabe. Das war sie schon immer. Nun bin ich hineingeschlüpft. Ich bin da. Gewendet.

Aho.
Nina Rebekka


11 Juni 2019

Mama-Traurigkeit

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Blumen gießen

Das hier ist persönlich. Es ist ehrlich und entstammt meiner eigenen (Gefühls-)Welt. Ich will damit niemandem unbeabsichtigt weh tun, weil es einen tatsächlichen Verlust gegeben hat.  Die Worte sind Teil meiner Geschichte und in meiner Geschichte kann momentan wieder ein Stück weit Heilung stattfinden. Weil mir jemand zum richtigen Zeitpunkt gute Worte gesagt hat.

Der Sohn wird in ein paar Tagen 3 Jahre alt.
In diesen 3 Jahren machen mir gedankliche Unstimmigkeiten immer wieder zu schaffen. Vor allem in den ersten Monaten  sehe ich Leo’s Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Rund um seinen Geburtstag und auch zwischendurch immer mal wieder überkommen mich Sentimentalität und Traurigkeit. Mein Herz ist dann schwer. Sehr.
Das Kind hustet, hat eine leichte Erkältung … Gedanken überschlagen sich.
Er lacht und spielt und ist mit seinem heiligen Rasenmäher unterwegs. Ganz genau schaue ich hin und spür diese alles umfassende Liebe zu meinem Kind. Ich mag mir, wie immer schon, alles ganz besonders gut einprägen. – Und doch bleibt davon nicht viel mehr als ein Nebelschleier in meiner Erinnerung zurück.

… Hier gab es eine Pause von 1 Woche. Das Kind krank. Nesselsucht bei über 30 Grad – kein optimales Timing im Bezug auf, was lindert’s, was macht’s schlimmer.

Der Sohn ist nun also 3 Jahre alt. Es war eine schöne Feier. Und ein Abschied. Ich habe meinen 2-jährigen verabschieden müssen.

Nichts bleibt wie es ist. Nirgends. Niemals. Und dieses Leben mit Kind, dieses Mama-sein, dieses das Kind beim groß werden begleiten trifft mich in diesem Punkt volle Breitseite. Ganz oft bin ich so unendlich traurig und niedergeschlagen und kann meinen Finger nicht auf das Warum legen. Ich zermartere mir das Hirn. Bis nach fast 3 Jahren mir jemand sagt, dass ich die Trauer doch einfach mal zulassen soll. Weil das Baby, das mein Sohn einmal war, das gibt es nicht mehr. Der 1jährige, der mit so wackeligen Beinen und breitbeinigem Cowboygang durch unser Wohnzimmer gestakst ist … auch den gibt es nicht mehr. So viele, die er schon war – sie alle sind weg. Sie kommen nicht mehr wieder. Und selbst die Erinnerung an sie alle ist so zart und wenig greifbar, als müsst ich mich fragen, ob ich eigentlich selbst mit dabei war.

Nein, es gab keinen reellen Verlust eines Kindes. Trotzdem ist da Trauer. Auf ihrem rechten Platz eben. Ihr gegenüber sitzt schließlich die Freude. Und von der ist noch weit mehr da in meinem und unserem Alltag. Den Schatten, der mich da begleitet, den kann ich jetzt besser einordnen und annehmen. Es hat nichts mit Undankbarkeit zu tun. Sondern wohl eher mit dem lebenslangen Abnabelungsprozess vom eigenen Kind. Manchmal bin ich also traurig, wenn mein Kind so groß und schön und toll ist. Und das darf nun auch sein.

Das hier hab ich niedergeschrieben, weil ich fest glaube, dass es nicht nur mir so geht und dass viele Mamas immer mal wieder traurig sind, obwohl sie sich doch super viel freuen sollten. Vielleicht ist es aber wirklich nur bei mir so. Dann ist das okay und umso besser :O)

Alles Liebe,
Nina Rebekka


27 Mai 2019

Push it – NOT!

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

a slug in my coffee

“It is not useful to push through muscle tension, it will only generate more tension.” (Andrea Olsen in Bodystories. A guide to experiential anatomy)

Und da sitz ich und möcht’s gern hinter mir haben. Das mich weiter entwickeln. Den Veränderungsprozess. (Da ist es wieder – das P-Wort …)
In mir drin zerbröselt’s grade. Kein Neuland voraus, bloß Ahnungen von Wollen. Die Hilfsmittel, die zur Hand sind, sind in ihrer Anzahl zu viele und ich kann mich schwer entscheiden. Auch das gehört zum neu-werden dazu. Ahnungslosigkeit. Unsicherheit. Anspannung.

Andrea Olsen hat das zu einem zuviel an Muskelanspannung geschrieben. Aber es passt für mich auch gut zu jedweder anderer Form von Anspannung. Wenn ich da mit noch mehr Druck rein gehe, kippt maximal das System als Ganzes. Aber wahrhafte, nährende Entspannung führt der Druck nicht herbei.

Weil ich nun also bin, wo ich bin (wie immer übrigens) und so gar keinen Plan von nix habe (voll übertrieben!) – mache ich das wovon Russell Brand in einem seiner kurzen Videos als eher wenig förderlich gesprochen hat: “I sluggishly slouch on the couch”. Manches Mal ist das genau die Medizin, die’s braucht.
Sich der sich-dahin-ziehenden Situation / Energie hingeben und pausieren. Aufgaben gibt’s im Alltag ja sowieso noch genug zu erledigen.

Ein Hoch auf die Schweineerde! (Für die Insider unter euch :)

Alles Liebe,
Nina Rebekka


15 Mai 2019

Ja zum Nein

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

im Wald

Vor kurzem teilte eine Frau, die ich sehr schätze, auf Facebook einen Artikel. Mit dem Wunsch, dass ihn am besten alle weiter verbreiten und dass wir etwas tun.
Der Artikel war nicht allzu leicht zu lesen. Betitelt war er mit in etwa “die neuen Sklaven”. Es ging um rumänische Frauen, die, oft gemeinsam mit ihren Männern, ihre Familien verlassen, um als Erntehelfer in Italien zu arbeiten. Die Arbeit ist hart, der Lohn mäßig und oft viel zu spät ausbezahlt, die Lebensumstände vor Ort unmenschlich. Die Frauen werden oft sexuell missbraucht. Sie haben trotz und neben ihrer schweren Arbeit keine sichere Liegestatt zum Ausruhen und Kraft tanken. Es gibt kein gutes Essen. Sie haben keinen Rück-Halt von ihren Männern, weil auch diese angstgebeutelt ob der eigenen Existenz sind.

Was in mir blieb ist ein Gefühl der Ohnmacht. Die Erkenntnis, dass ich ab jetzt auch kein Obst oder Gemüse mehr aus Italien kaufen mag. Und Fragen. Wie kann ich einen anderen Menschen so behandeln? Wie groß muss die Angst in mir sein, dass ich so mit mir geschehen lasse? Und eben auch, was kann ICH nun tun?

Ich hab weder die finanziellen Mittel, um hier wirklich groß was auf die Beine zu stellen. Keine Kontakte, die ich spielen lassen könnte. Mit Gewalt und Hass einzugreifen würde das Problem nicht verändern, es sogar noch größer machen, vielleicht verlagern, aber es wär immer noch wirklich schlimm.

Die Frau, die den Artikel ursprünglich geteilt hat, schrieb dann auch, dass “etwas tun / einen Beitrag leisten” auch in Richtung von Gebeten gehen kann. Das war mir einerseits auch wieder zu wenig, andererseits hat es mich auf meine richtige Spur gebracht.

Ich kann es vor Ort für die Frauen ad hoc nicht ändern, aber ich kann meine eigenen kleinen Wassertröpfchen ins kollektive Wasserbecken tropfen lassen.
Ich kann NEIN sagen. Ich kann nein sagen, wenn ich nicht will, wenn ich keine Energie zu etwas habe, wenn ich etwas nicht möchte, obwohl es sich doch so gehören täte.
Ich kann mich ganz vorne hinstellen.
Ich kann mich so wichtig nehmen, dass ich mich selbst und mein Wohlergehen zur Priorität mache.
Ich kann all das in meinem Tun und Sein vorleben.
Ich bin ein Tropfen, ich bin ein Teil des großen Ganzen. In dem Bewusstsein kann ich WIRKEN.

Was ich schon alles von Frauen gehört habe: “Eine Mama darf nicht krank werden.” /  Sie könnten nicht entspannt für einen Nachmittag mal weg, weil dieses und jenes dann nicht in ihrem Blickfeld daheim ist. (In der Annahme, dass alles an ihnen selbst hängt. Sie unverzichtbar sind und niemand sonst weiß, wie man den Haushalt richtig schmeißt, dem Kind anständig die Zähne putzt etc.) / “Er ist eben so.” (Rechtfertigt das Verhalten von “ihm” keineswegs.) “Das war die Strafe.” / “Dann musst jetzt halt jeden Tag Staub saugen.” (Aussage der damaligen Schwiegermutter zur Situation Katzen, Katzenhaare im Haus; der damalige Freund stand neben mir) / “Das ist schon normal. / Das gehört dazu.” (Schmerzen im Körper) …

Ich mag gar nicht weiter aufzählen. Fürchterlich find ich’s. Frauen passen sich an, finden sich ab, ordnen sich ein. Auch wenn im Innen alles lauthalts “NEIN” brüllt. Der Körper reagiert schon längst und auch er versucht mitzuteilen “Hey, da stimmt was nicht. Da ist was nicht gut.” Aber sie geht weiter und tut weiter. – Die Gründe dafür sind so vielseitig wie tief verwurzelt. Oft so tief, dass es und uns gar nicht bewusst ist.

Macht nix, sag ich. Wir alle haben diese Programmierungen und Glaubenssätze irgendwo mitschwingen, weil wir ein Teil des Kollektiven sind. Das alles bedeutet nicht, dass ich damit okay sein muss oder gar danach zu handeln habe.
ich kann nein sagen. Einfach so.
Ich kann stur sein. Ich kann trotzig wirken. Und wenn alle anderen links und rechts von mir meinen, dass ich kindisch bin, auch gut. (Nicht dass DAS schon mal jemand gemeint hätte. Stur, ja. Kindisch, nö.)
Dieses, mein JA ZUM NEIN wird noch große Kreise ziehen. Es bringt mich schon jetzt auf neue Spuren und eröffnet neue Wege. Sehr spannend und wohltuend ist das. Derweil auch noch ungewohnt und gaaanz ein bissi unangenehm manchmal. Aber es macht zu viel Freude und Gusto – dieses Nein, wenn’s gut für mich ist.
Und nur damit das klar ist: ich sage schon sehr lange aufrichtig Nein. Aber jetzt ist es Teil meiner spirituellen Praxis. Es ist mir so viel bewusster, dass ich mit diesem zu-mir-Stehen weit mehr ausdrücken kann, als dass ich dieses und jenes nicht möchte. Ich wahre meine eigenen Grenzen. Ich drücke meinen Selbstrespekt damit aus. Ich sage es nicht prinzipiell und kämpferisch aus einer Ablehnung nach Außen, ich sage es mit Achtung und Liebe für mich und meine Richtigkeit und meine Bedürfnisse.

Auf einem Zettel an einem letzten Ritualabend hat mich meine wilde Frau folgendes schreiben lassen:
NO BULLSHIT POLICY!
Lasst doch bitte nicht jeden Scheiß mit euch machen.
Nehmt euch wichtig genug.
Du als Frau.
Du als Mann.

Alles Liebe,
Nina Rebekka