Sonnennest

28 Februar 2014

ich ‘krisle’ und bin dankbar

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Auf meinem Teller liegen: nach wie vor geschwollene Lymphdrüsen, eine aus-dem-Ruder-gelaufene Yoga-Einheit, das Gefühl sich innerlich komplett zu schälen, tausende Fragen und Gedanken, die unsäglich illustre Dinge inkludieren.

In meinem Unterricht bin ich wie ich bin. Das bedeutet auch, dass ich mal Sachen von mir gebe, die andere Lehrende in ihrem Privatbereich belassen würden (wie etwa persönliche Meinungen, Schmähs, das Geständnis sich verunsichert zu fühlen oder traurig zu sein). – Ja, ich mache Fehler und bin manchmal zu spontan und impulsiv-gesteuert. Aber das liegt auch daran, dass ich sehr sensibel bin. Und es ist jene Sensibilität, die es mir erlaubt mich auf Teilnehmende einzulassen, zu fühlen, was gebraucht wird. So lustig sich Empathie anhört, manchmal ist das eine äußerst grenzwertige Angelegenheit.

Was ich hiermit öffentlich sagen möchte ist, ich erlaube mir jetzt mal auch Fehler zu machen – in allem und überhaupt. Ich habe keine Lust mehr irgendwelchen Vorstellungen (anderer) zu entsprechen oder auch meinen verquerten Vorstellungen, von denen ich meine es wären meine eigenen, weil sie mir jahrzehntelang erfolgreich eingetrichtert worden sind.

Ich erlaube mir also Fehler zu machen, weil: ich mich selbst kennenlernen möchte. Es kriselt im Seelenraum seit einigen Monden. Einiges läuft suboptimal in meinem Leben und es gilt für mich herauszufinden, was dieses ICH in mir eigentlich wirklich will.

Und dass wir uns richtig verstehen: ICH BIN DANKBAR. Dankbar, dass ich ich bin und mir den Raum gebe mich in all meiner Verkorkstheit und Schönheit und Einzigartigkeit zu erkunden. Ich mag authentisch sein und eine Abkürzung gibt es hier nicht.

Solange ich in dieser menschlichen Hülle stecke und solange ich mich bekriselt bewege, kann es sein, dass ich vermehrt unrund vom Außen wahrgenommen werde.
Ich entschuldige mich auch gar nicht erst dafür. Es ist ein Prozess, der viel Reichtum beinhaltet. Reichtum der dann auch immer wieder geteilt werden kann.


Nina Rebekka

2 Kommentare zu “ich ‘krisle’ und bin dankbar”

  1. Melanie

    Da muss ich an eine Textpassage denken, die ich vor Kurzem gelesen habe:

    “Don’t look for perfection in me. I want to acknowledge my own imperfection, I want to understand that that is part of the endlessness of my growth. It’s absolutely useless at this stage in your life, with all of the shit piled up in your closet, to walk around and try to kid yourself about your perfection. Out of the raw material you break down you grow and absorb the energy. You work yourself from inside out, tearing out, destroying, and finding a sense of nothingness. That nothingness allows God to come in. But this somethingness— ego and prejudices and limitations— is your raw material. If you process and refine it all, you can open consciously. Otherwise, you will never come to anything that represents yourself…The only thing that can create a oneness inside you is the ability to see more of yourself as you work everyday to open deeper and say, fine, ‘I’m short tempered,’ or ‘Fine, I’m aggressive,’ or, ‘Fine, I love to make money,’ or, ‘I have no feeling for anybody else.’ Once you recognize you’re all of these things, you’ll finally be able to take a breath and allow these things to open.”

  2. Nina Rebekka

    Schön passend :O)
    Dank dir Melanie fürs Posten!
    (Übrigens hab ich den Film über Angela Farmer’s Yoga echt gut gefunden. Schlägt ja auch irgendwie in die Kerbe …)

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