Sonnennest

7 Juni 2013

Ein paar Worte zu Contact Improvisation

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Was ist es und was machst du da? In den Anfängen der Form, gab es eine Performance mit dem Titel “You come. We’ll show you what we do.” Und am liebsten würd ich das mit allen machen, die mich fragen, was denn Kontakt Improvisation nun sei. Wobei durchs bloße Zuschauen man ja selten an den Kern einer Sache gelangt.

Wo und wie es für mich anfing damit, kann man hier noch mal nachlesen.
Und dass die CI ein Schwerpunkt meiner tanzpädagogischen Fortbildung ist, hab ich auch schon mal erwähnt. Aber was ist es jetzt:

Contact Improvsation ist eine auf Berührung basierende, abstrakte Improvisations-Tanzform. Richtig: kein Solo, keine Choreographie, keine Schritte. Oftmals sogar ohne Musik.

BERÜHRUNG


Es braucht zumindest einen zweiten Menschen, um so tanzen zu können. Es gibt einen Punkt der Berührung von dem aus sich die Bewegung fortsetzt, der Berührungspunkt sich verändert – Hand, Unterarm, Oberarm, Schultern, Körpermitte, ein kurzes Abheben vom Boden, weiterrollen über den Rücken … Dieser sich-veränderte Berührungspunkt wird auch Rolling Point genannt.

Es beeindruckt mich immer wieder, dass es nicht mehr Verletzte gibt, bei dem was wir tun. Aber es liegt wohl an dem bestimmten Zustand der Achtsam- und Aufmerksamkeit. Auch das Kennen des eigenen Körpers hilft dabei, sich selbst und die Tanzpartner sicher zu bewegen.

JAM

Es gibt in Wien seit über 20 Jahren sog. Jams, auf denen Menschen sich in einem Raum einfinden und diesen fürs Üben und Erforschen der Form nutzen. Es gibt Contact Jams im WUK, jeden Freitag und Sonntag.

Für die Jams ist es gut, wenn du schon ein paar Grundkenntnisse der Contact Improvisation mitbringst.

Was mir sonst noch so gefällt dran:

CI ist kein fertiges Ding. Es ist ein Forschungsfeld, mit Techniken und auch ein paar Richtlinien. Für mich hat sich durch diese Tanzform was ganz Neues eröffnet. Ein Raum, in dem ich mich ausprobieren darf – forschen, spielen, entdecken. Was kommt da noch so an Bewegungen aus meinem Körper, wie ist das für mich (im jeweiligen Moment, an einem bestimmten Tag, in diesem Jam) … so eng mit jemandem im Kontakt zu sein, hoch gehoben zu werden, Gewicht anzunehmen und auch zu bezeugen. – Was sehen meine Augen und was löst es in mir aus.

Noch nie und noch nirgends sonst habe ich die Möglichkeit erfahren, so dermaßen frei und unbewertet sein zu dürfen. Und ich geh sogar soweit zu sagen, dass es hier nicht bloß ums Dürfen geht, sondern sogar ums Eingeladen sein – nämlich mit offenen Armen.

Im Rahmen meiner Fortbildung, plane ich auch gerade einen ersten Workshop, der sich mit ein paar wenigen grundlegenden Techniken der Contact Improvisation beschäftigen wird. Nähere Infos folgen.

Was außerdem folgt, ist das Wochenende und ein schönes ebensolches wünsche ich dir!

Alles Liebe,
Nina Rebekka

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