Sonnennest

20 Februar 2013

ARTE Dokumentationen über Schwangerschaft und Geburt

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Dank einer lieben Freundin, bin ich auf die folgenden Dokumentationen gestoßen. – Gesehen und drüber reflektiert.

ABENTEUER SCHWANGERSCHAFT

In dieser kürzere Doku über die Schwangerschaft selbst, finde ich die Aussagen von Frau Lewicki als wirklich gut und hilfreich. Heutzutage schwanger zu sein, stell ich mir stellenweise als ordentlich-fordernd vor (nicht nur körperlich!). Da gibt es ständig irgendwelche Meinungen – und was bitte davon ist dann die eigene eigentlich?!
… darf ich … und / oder soll ich … was wenn …

Ich hab ja keine Ahnung wie es ist und hab trotzdem eine Meinung ;O)
Ich glaube, das einzige was wirklich zählt, ist “das eigene”. Sprich, was erachte ich als richtig und hilfreich; wo fühle ich mich wohl; was will ich für mich und mein Baby … so in die Richtung. Und ich mach mir dennoch keine Illusionen, dass es manchmal sehr schwierig sein KANN, all das herauszufinden, dabei zu bleiben und sich damit wohl zu fühlen.
Es mag schließlich immer wieder wohl-meinende Stimmen von außen geben, die auch ihren Senf dazuzugeben wollen. – Bitte ihr lieben Stimmen von außen, tut das weiterhin, aber nehmt es auch an, wenn die zukünftige Mama die Dinge anders sieht.

NEUN MONATE ZWISCHEN HOFFNUNG UND HIGHTECH

… ist der Titel der ganz oben verlinkten Doku. Super interessant!
Michel Odent kommt auch zu Wort und nachdem das Filmteam in dieser Entbindungsklinik in Paris gefilmt hat, frage ich mich, wieviel Ausdauer und Passion man als Herr Odent besitzt, um weiterhin zu tun, was er eben so tut.
Der Chef der französischen Klinik kommt natürlich auch gut zu Wort: also, ca. 1/3 Kaiserschnittrate, 90 % PDAs, es sollte nicht so viel Wert auf das Umfeld gelegt werden, wichtiger ist die medizinische Versorgung in Notfällen, “hier arbeiten die Hebammen” – eine Art Ordinationsvorraum, wo Frauen vor Monitoren sitzen und Herztöne ungeborener kleiner Menschen verfolgen (mein 1. Gedanke – wer zum Teufel ist dann bei den entbindenden Frauen?!), achso ja, und: Hausgeburten sind gefährlich. Aha.

Mein Senf: Danke an die Medizin, dass es dich gibt und dass du im Notfall da bist und Leben rettest. – So wie mich, als diese hinterhältige Plazenta sich vor meinen Ausgang geschoben hat und mir nur noch ein Notkaiserschnitt mein Leben hier ermöglicht hat!
Des weiteren: Hausgeburten sind weit weniger risikoanfällig, als Krankenhausgeburten. – Das sage nicht ich, sondern Ergebnisse mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen. Hier aber auch: Danke an die Länder, in denen die Frauen die FREIE Wahl haben, ihre Kinder in Krankenhäusern, Geburtshäusern oder in den eigenen vier Wänden oder ‘ner Jurte oder sonst wo auf die Welt zu bringen!

Was ich mir wünsche? Mehr Selbstaufklärung. Frauen, die sich aktiv informieren, wenn sie schwanger sind.
Ich bin vor knapp einem Jahr zufällig in einem amerikanischen Blog über das Thema Hypnosetechniken und Geburt gestolpert und bin unendlich dankbar. Seither habe ich erfahren, was so im Körper einer schwangeren Frau abgeht. Was bei der Geburt selbst passiert, welche Hormone dort für gewöhnlich Party machen und warum dieselben wiederum nicht feiern gehn können, wenn z.B. eine PDA gemacht oder eine Geburt eingeleitet wird. *
Wieder: ja, manchmal ist es nötig Geburten einzuleiten, wenn alle anderen, natürlichen Methoden gar nicht erfolgreich waren. Es ist kein Pfui hier meinerseits, dass das prinzipiell gar nie sein soll! Ich glaube aber, auch teilweise aufgrund des Feedbacks ehemaliger Schwangerer aus meinen Kursen, dass manchmal zu früh “gepiekst” wird und so die Geburt für Mama und Kind vielleicht auch etwas schwieriger verläuft, als komplett “au naturel”.

So, das war’s jetzt.
Fazit: die Dokus sind auf alle Fälle sehenswert. (Wenn sie denn nach wie vor über die ARTE Mediathek verfügbar wären …)

Alles Liebe.
Nina Rebekka

*) NACHTRAG:

Weil ich mir dachte, dass da sicher auch die berechtigte Frage kommen könnte, wozu nützt mir dieses Wissen?

Bescheid zu wissen über den eigenen Körper und die Vorgänge ist
1. für mich einfach mal absolut interessant.
2. haben mir die von Hebammen geschriebenen Bücher geholfen, Schwangerschaft und Geburt ganz anders zu sehen. Ich habe meine Meinung in vielen Punkten dadurch geändert. Für mein Empfinden, in eine gesunde Richtung.
3. Bescheid zu wissen, hilft eine EIGENE Entscheidung zu treffen, wenn es um die Vorbereitung auf die Geburt geht. Entscheidungen betreffend Untersuchungen, Vorsorge, Wahl des Geburtsortes, Wahl der Geburtsbegleiter etc.
Und 4. all das Wissen wünsch ich mir getrost vergessen zu können, wenn ich denn mal dabei bin, mein eigenes Kind zur Welt zu bringen. – Damit ich vom Kopf wirklich in den Bauch rutschen kann und die “Affenmama” die Führung übernimmt ;O)

2 Kommentare zu “ARTE Dokumentationen über Schwangerschaft und Geburt”

  1. Andrea

    Dieser Artikel hat mich wirklich bewegt.
    Ich selber hab’ 3 Kinder, die mittlerweile 24, 22 u. 15 Jahre alt sind. Die älteren Beiden hab’ ich im Krankenhaus und mit Hilfe von “Wehentropf” geboren. Den Jüngsten dagegen zu Hause – nur mit der Hebamme und meinem Mann. Ich habe eine “Wehenschwäche” – das hat mir wohl meine Mama vererbt, die sich vor nun schon 50 Jahren unglaublich “mit mir als 4 kg Baby” abgeplagt hat. Trotzdem hat es bei meinem 3. Kind zu Hause mit der Hebamme auch ohne “Chemie” geklappt. Sie hat mir einen “Hebammencocktail” verabreicht – eine Mischung aus Rhizinusöl, Cognac u. Orangenjuice. Das Rhizinusöl hat den Darm angeregt und die “Peristaltik” hat die Gebärmutter mitgenommen. Der Cognac hat den Kreislauf stabiliiert (echt!) und das Orangenjuice machte das Ganze trinkbar. Exakt 5 Stunden nach dem “Hebammentrank” erblickte mein Sohn (3850g / 52 cm) das Licht der Welt – zu Hause – und es war eine superschöne Erfahrung!

  2. Nina Rebekka

    Liebe Andrea,
    vielen Dank, dass du deine / eure Geschichte mit uns teilst!

    Ich drück dich :O)
    Alles Liebe,
    Nina

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