Sonnennest

19 April 2012

Buch: Die selbstbestimmte Geburt

Veröffentlicht von: Nina Rebekka


Das ist ein Buch, welches ich wärmstens empfehle! Ob Frau sich gerade auf die Geburt ihres Kindes vorbereitet, das Baby schon da ist oder man sich generell für die Thematiken Schwangerschaft und Geburt interessiert.

Die Autorin, Ina May Gaskin, ist eine amerikanische Hebamme. In den 70er Jahren hat sie mit ein paar hundert anderen Menschen ein Dorf gegründet, das sich “The Farm” nennt (so ziemlich Ökodorf). Es gibt hier eine Hebammen-Schule und in den Jahren 1970 bis 2000 wurden 2028 schwangere Frauen von den Farm-Hebammen begleitet.

Die Statistiken der Farm fand ich sehr interessant: über 95 % Hausgeburten / bei knapp 70 % der Frauen blieb der Damm völlig heil / 99 % der Babies dockten sofort an und konnten gleich gestillt werden / 1 % postnatale Depressionen / und von den 2028 Gebärenden mussten knapp 5 % für die Geburt ins Krankenhaus gebracht werden (wovon nur 1,3 % Notfalltransporte waren).

In einer Großzahl der amerikanischen Spitäler liegt die Kaiserschnittrate manchmal weit über einem Drittel der Geburten, der Damm der Frauen wird unzureichend gestützt oder gleich geschnitten. Gott sei Dank liegt die Rate von Kaiserschnittgeburten in Österreich noch unter dem amerikanischen Niveau. Allerdings laut Aussage einer Gynäkologin, die ebenfalls in der Schwangerenyoga-Fortbildung letztes Wochenende saß, ist bei uns der (geplante!!) Kaiserschnitt auch am zunehmen. – Häufig vor allem durch das Anraten der Ärzte, weil angeblich diese Art der Geburt für das Kind am wenigsten Risiko beinhaltet und somit die beste Variante sei. (Ich glaube nicht, dass das ihre persönliche Meinung war.)

INHALTE

Zu dem, was man in dem Buch so vorfindet:
+ Zusammenhang von Körper und Psyche (Angst-Spannungs-Schmerz-Syndrom u.ä.)
+ Erklärung der Wehentätigkeit und das Gesetz der Schließmuskeln
+ natürliche Hilfe in den Wehen (Massagen, Duschen, Baden, Atemtechniken, Küssen :O)
+ “Routine”untersuchungen in der Schwangerenvorsorge
+ Ernährung in der Schwangerschaft
+ Gebährhaltungen
+ und nach der Geburt

Neben der tollen Aufklärungen und den Fakten, u.a. zu den üblichen Untersuchungen während der Schwangerschaft, haben mich die Geburtsgeschichten im 1. Teil des Buches fasziniert. Jede so einzigartig. Und jede einzelne dieser Geschichten zeigt auf, wie enorm wichtig es ist, dass Frauen während des gesamten Geburtsvorganges unterstützt werden.

Der Frauenkörper ist perfekt. Er wurde von Mutter Natur geschaffen, um diese Geburtsarbeit in perfekter Abstimmung mit dem Baby zu leisten. Es ist wichtig, dass Frauen über ihre eigene Kraft Bescheid wissen. Es wäre wichtig, dass sie von Medizinern hierin unterstützt werden und nicht wie “Montagsautos” als medizinisch-heikle Angelegenheit behandelt werden.

Ich bin manchmal erschüttert, wenn ich von meinen schwangeren Yoginis höre, wie sich Ärzte ihnen gegenüber äußern.
Aber ich gehe auch davon aus, dass es viele ganz ganz wunderbare Gynäkologen und Geburtshelfer da draußen gibt. Die schwangere Frau muss sie vielleicht nur ein bisschen länger suchen und ihnen ordentlich auf den Zahn fühlen.

Und noch was zum Schluss: ich bin nicht gegen Kaiserschnitte. Dieser medizinische Eingriff ist oftmals lebensrettend (und ich spreche hier aus eigener Erfahrung, sonst würde ich diese Zeilen nämlich nicht schreiben können ;O)
Ich bin aber dafür, dass man Gebährenden und ihren Bauchbabies jede Unterstützung zukommen lässt, um ihnen ein schönes und eindrucksvolles natürliches Geburtserlebnis zu ermöglichen. – Das beginnt nun mal bei der Aufklärung und umfassenden Information. Und in diesen Belangen ist dieses Buch Gold wert.

Alles Liebe,
Nina Rebekka

Dein Kommentar