Sonnennest

1 April 2012

Buch und Methode: Hypnobirthing

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Den Artikel hier schieb ich jetzt schon einige Tage vor mir her – das Formulieren wollte einfach nicht so wirklich. Dabei ist’s so: seit mehreren Monaten beschäftige ich mich immer intensiver den Thematiken Schwangerschaft und Geburt (noin, nicht aus gegebenem Anlass).

Ich biete Schwangerenyoga seit letztem Jahr an, mittlerweile auch privat-organisierte Kurse und nicht nur jene an der VHS in Eisenstadt.
Schon während meiner Ausbildung zur Yogalehrerin, war das Schwangerenyoga ein Thema, das mich sehr interessiert hat. Und ich hab einiges an Grübelei erledigt, bevor ich mich dazu entschlossen habe, Kurse anzubieten, obwohl mir die Erfahrungen des Mutter-werdens und -seins selbst noch fehlen.

Das Begleiten der schwangeren Frauen macht mir extrem viel Freude. Es ist schön mitzuerleben, dass das, was man ihnen an Techniken, Worten und Gedankeninputs mit auf den Weg gibt, auch wirklich unterstützen kann. – Anfangs hab ich selbst gedacht, dass das mit den Entspannungstechniken sicher nett ist, aber ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob das Frauen während der Geburt wirklich unterstützt.

HYPNOBIRTHING

Tja und dann hab ich vor knapp 3 Monaten über einen amerikanischen Blog Hypnobirthing entdeckt.
Es ist eine Methode, die’s jetzt doch schon seit ‘ner ganzen Weile gibt. – Entwickelt von Marie Mongan, die sich inspiriert von Dr. Grantly Dick-Read und ihren eigenen (teilweise nicht so schönen) Geburtserfahrungen an die Arbeit machte. Heraus kam
Hypnobirthing:
Wissenswertes über die Zusammenhänge von Psyche und Körper (Angst-Spannungs-Schmerz-Syndrom), effektive Atemtechniken, Visualisierungen, Affirmationen, ein freundlicherer Wortschatz (also weniger angsteinflößend als die medizinischen Termini oft sind) und Entspannungstechniken.

Frauen, die sich mit dieser Methode auf ihre Geburt vorbereiten, lernen die Techniken in Kursen (eine Hand voll Pärchen oder Einzelunterricht) und üben diese teilweise täglich. Umso früher mit dem Praktizieren begonnen wird, umso tiefer können die sog. Anker, die die Entspannung während der Geburt unterstützen, einsickern. – Diese Anker sind unterschiedlich: Berührungen, Musik, Worte.

Wer möchte, schaut sich auf Youtube einige dieser Geburten unter Selbst-Hypnose mal an.
Es bleibt mir immer wieder die Kinnlade offen. Als ich mir zum ersten Mal so ein Geburtsvideo angesehen habe, hab ich mich selbst dauernd gefragt, ob das wirklich sein kann und ob da nicht vielleicht was “gestellt” dran ist. Und ja, es kann sein :O)
Es kann sein, dass das Schmerzempfinden auf geradezu Null sinkt. Es kann sein, dass dieser kleine neue Mensch in einer ruhigen, liebevollen, harmonischen Atmosphäre zur Welt kommt.

“Es kann sein” deshalb, weil es sicher auch, auf die Überzeugung der Schwangeren drauf ankommt. Ich kann jetzt natürlich Entspannung üben, aber wenn mein Unterbewusstsein mit einem “das klappt bestimmt nicht” aus den diversesten Gründen abriegelt, dann sind die Techniken während der Geburt wahrscheinlich auch nicht ganz so wirkungsvoll.

Und was ist bei Kaiserschnitt?

Ich kann es jeder Schwangeren empfehlen, mal einen Blick in dieses Buch zu werfen. Allein für mich als nicht-Schwangere war’s sehr lehrreich mehr über den Frauenkörper zu erfahren und die Entspannungstechniken lassen sich wunderbar beim Zahnarzt einsetzen oder zum Einschlafen.
Und so sind die Entspannungs- und Atemtechniken auch für Frauen wohltuend, die ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt bringen müssen!

Hypnobirthing – und sonst nix?

Ich bin nicht der Meinung, dass dies die einzig-wahre Methode ist, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Aber ich muss auch sagen, dass ich sehr begeistert davon bin!

Ich mag nämlich den ganzheitlichen Ansatz. Ich mag die Aufklärung der Frauen. Ich mag, dass die schwangere Frau wieder ihre aktive Rolle als Gebährende wahrnehmen darf und dass es Geburtsbegleiter gibt, die sie unterstützen (und zwar während des gesamten Geburtsvorganges). Es gibt noch einiges mehr, dass ich an der Methode mag …

Wenn jemand “da draußen” schon Erfahrungen mit Hypnobirthing gemacht hat, dann freu ich mich auf eine Nachricht!

Alles Liebe,
Nina Rebekka

4 Kommentare zu “Buch und Methode: Hypnobirthing”

  1. Katharina

    Liebe Nina, ich hab wieder mal bei dir vorbei geschaut und was Interessantes entdeckt…auf deinen Bericht hin werde ich mir das Buch zulegen und habe auch schon eine Hebamme in meiner Nähe gefunden, die Kurse in Hypnobirthing gibt…mal schauen ob es mir bei meiner ersten Geburt hilft :-) Neugierig bin ich auf alle Fälle sehr! Danke für den Tipp! Katharina

  2. Nina Rebekka

    Liebe Katharina,
    das ist ja großartig!! Würd mich über Zwischenberichte freuen bzw. dann natürlich über ein paar Zeilen, nachdem der kleine neue Mensch geschlüpft ist.
    Ich poste demnächst noch ein weiteres Buch, das mich absolut fasziniert und mich so viel gelehrt hat. Denke, dass das auch für jede schwangere Frau ein sehr hilfreiches Buch sein kann (Ina May Gaskin “Die selbstbestimmte Geburt”).

    Alles Liebe und viel Freude in dieser besonderen Zeit!
    Nina

  3. Katharina

    Hallo, bin seit langem wieder einmal auf deiner Seite gelandet und kann dir nun berichten, dass ich im Herbst eine Tochter mit Hypnobirthing geboren habe! Die Wehen waren nicht schmerzfrei, jedoch hatte ich trotz der langen Geburt nie das Gefühl, dass ich es nicht aushalten könnte. Es war ein wunderschönes Erlebnis (wenn man eine Geburt so nennen kann ;-)) und ich und mein Mann sind froh, dass wir uns auf die bei uns leider noch eher unbekannte und ungewöhnliche Geburtsvorbereitung mit Hypnobirthing eingelassen haben! GlG Katharina

  4. Nina Rebekka

    Liebe Katharina,
    ich freu mich von dir zu lesen. Vielen Dank, dass du deine Erfahrung hier mit-teilst.
    Und schön, dass dich die Hypnobirthing-Techniken unterstützt haben! – Hallo auch an deine kleine Tochter :O)
    Eine wunderschöne Familienzeit!
    Alles Liebe,
    Nina

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