Sonnennest

11 November 2011

Geduld?

Veröffentlicht von: Nina Rebekka

Definitiv ein spannendes Thema. Les ich doch unlängst in einem Yoga-Therapiebuch “Seien Sie geduldig mit der Ungeduld”. Eine der leichtesten Übungen überhaupt ;O) Aber man lächelt drüber und beginnt vielleicht zu reflektieren (so wie ich hier) …

Gemach, gemach hieß es früher immer. Überhaupt war vor einigen Jahrzehnten das Leben noch viel entspannter und ruhiger. Es gab ja auch nicht so viele Möglichkeiten, die Wege waren um einiges klarer vorgezeichnet als heute. Seid ihr auch schon mal komplett fassungslos im Supermarkt oder in der Drogerie gestanden. Schaut euch doch z.B. nur mal die Auswahl an Shampoos an. Da kann man schon mal einen Anflug von Stress spüren, wie trifft man denn hier schnell die richtige Entscheidung?! Auch solche Kleinigkeiten haben große Auswirkungen aufs emotionale Gleichgewicht.

Was ich meine: Wann hat der Mensch aufgehört bei dem zu sein, was er gerade tut? Wann ist es aus der Mode gekommen, diesem den Raum und die Zeit zukommen zu lassen, die benötigt wird? Was ist denn so schlimm daran, wenn etwas Zeit braucht? Wieso ist das so fürchterlich, wenn “meine” Version der Yoga-Asana nicht so aussieht wie im Buch, wie beim Lehrer, wie beim Nachbarn?

Ja, ich werde auch ungeduldig mit mir. Manchmal mehr, manchmal weniger. Meistens vergeht das dann sehr schnell wieder. Vor allem deshalb, weil mir mein Körper übers Yoga beigebracht hat, mit ihm zu sein und nicht gegen ihn zu arbeiten. Im Alltag erfordert die Geduld mit mir selbst mehr Übung, da spielen alte Programmierungen oft noch stark mit. So wie bei vielen von uns.

Ungeduldig wie ein Kind zu sein, Vorfreude empfinden – ja bitte. Go on!
Dich selbst verurteilen und dich innerlich runterputzen, weil du deinen eigenen (vielleicht verzerrten) Vorstellungen eines Ideals nicht entsprichst – lass es sein.
Du bist sooo wichtig und wertvoll und in deiner Einzigartigkeit unentbehrlich! Sei dir der beste Freund, die beste Freundin, die du sein kannst. Üb das. Manchmal funktionierts weniger gut, das kann ich dir jetzt schon sagen. Aber dann lach drüber oder weise die inneren kritischen Stimmen zurück. Und mit der Zeit merkst du, es ist ok. Es ist voll ok.

In diesem Sinne, Aufgabe fürs Wochenende: übe dich in Geduld. Vor allem mal mit dir selbst. Bist du mit dir selbst nämlich geduldig, dann bist du’s mit deinem Partner, deinen Kindern, den drängelnden Menschen auf der Straße und anderswo auch.
Geduld da, Stress weg.
Stress weg, Entspannung da.
Entspannung da, Verspannung weg.
Verspannung weg, Wohlgefühl da.
(Wenn du magst, kannst du das hier noch sehr lang fortsetzen oder für dich selbst eine Art Formel erstellen …)

Möge die Geduld mit dir sein!
;O)

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